Lindau, ein Ortsteil von Boren, liegt direkt an der Schlei. Bis zum Wasser sind es ca. 500 m. Die Windmühle Lindaumühlenholz ist auf einer Anhöhe auf einem ca. 2000 qm Grundstück im Ortsmittelpunkt im Jahre 1837 errichtet worden. Sie ist aus rotem Klinkerunterbau im Acht-Eck gemauert, hat eine Galerie und ist reetgedeckt. Die Kappe mit dem Flügelkreuz kann sich selbstständig in den Wind drehen, was aber nur noch zu ganz bestimmten Zeiten geschieht, nämlich dann, wenn die Technik bedenkenlos in Betrieb genommen werden kann.

 

Unter der Galerie ist ein Anbau, der füher als Maschienen- und Büroraum diente. Heute sind hier die Wohnküche und das Duschbad eingebaut. Der Wohnraum ist im Mühlenkörper untergebracht und hat einen Durchmesser von 8,37 m. Die alte Technik wie z.B. die Mehlabfüllung und Elevator-Trichter sind voll erhalten.  Die Mühle ist voll funktionsfähig, bei ordentlichen Wind könnte der Müller einen Sack Korn zu Mehl verarbeiten. Sie wohnen um die alte Technik herum. 

 

Im 1. Stock, bei einer Mühle heißt das "1. Boden", sind der Mahlstein, der Sackaufzug und der Elevator erhalten.

Im 2. Boden, der leider aus Versicherungsgründen nicht zugänglich ist, ist das Königsrad mit dem dazugehörigen Getriebe für den Betrieb das Mahlsteins. Der Sackaufzug führt auch hier durch.

Im 3. Boden geht die Welle senkrecht hindurch. Die Welle besteht aus einem Balken mit eine Stärke von 56 x56 cm im Quadrat und hat eine Länge von 8 m. Um diese Welle waren früher Getreidesilos gebaut. Auch hier hindurch führt der Sackaufzug.

Dann gelangt man in die Kappe, die durch vielerlei Art gestalteter Zahnräder besticht. Diese sind für die Umsetzung der Windkraft auf die Welle erforderlich.

 

Das Flügelkreuz ist auf einem gußeisernen Drehkranz von 5 m Durchmesser gelagert. Es wird durch das Windrad außen an der Kappe über den Drehkranz selbstständig in den Wind gedreht. 

 

Die Mühle und die damit verbundene Pflege der alten Mechanik ist das Hobby eines neuzeitlichen Müllers, in unserem Fall ist das Hans-Werner Lemcke. Er braucht viel Idealismus und vor allem auch Zeit, um die Pflege eines solchen Bauwerks zu bewerkstelligen. Denn dies ist nun mal kein normales altes Haus, sondern eine alte Maschine. Schauen Sie es sich gerne an und kommen Sie vorbei. 

 

"Manches braucht nicht viele Worte, um zu überzeugen. Schleswig-Holsteins Vorzüge zum Beispiel. Wer seinen Sinnen traut, wird es erleben. Einfach mal Augen auf und gucken. Auf endlose Horizonte, auf grüne Hügellandschaften, auf Meer und Seen und Weite. Und dann mal tief durchatmen und schnuppern: die salzige, köstliche Luft. Und lauschen: auf Tuten und Piepiep. "